Gebrüder-Grimm-Schule

 

Landwehrstr. 51, 47441 Moers


Konzept der Gebrüder-Grimm-Schule für die offene Ganztagsschule

Zielsetzung: Entwicklung eines Ganztagsangebotes, das den Bedürfnissen aller an der Schule Beteiligten im Sinne des Leitbildes der Schule entspricht:

»Unsere Schule ist ein Raum für Kinder, Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher und Eltern,
in dem wir gemeinsam mit Kopf, Herz und Hand lernen, arbeiten und leben.«

Entstehung, Organisation und Ausstattung

Die Entwicklung eines offenen Ganztagsangebotes ist im Schulprogramm der Gebrüder-Grimm-Schule verankert. Aus der 1996 eingerichteten verlässlichen Halbtagsbetreuung von 8 bis 14 Uhr entwickelte sich bereits im Jahre 1999 eine Ganztagsbetreuung bis 17:00 Uhr. Diese wurde zu Beginn des Schuljahres 2006/2007 in eine offene Ganztagsschule umstrukturiert. Dabei wurde die Kooperation mit dem freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe „Internationaler Bund“, der auch die vorherigen Betreuungsmaßnahmen getragen hatte, weitergeführt.
 
Der Maßnahmenträger sorgt für die Personalausstattung, die Einrichtung der Räume, die Kostenabrechnung, die Organisation des Mittagessens und die Durchführung der pädagogischen Projekte. Dies geschieht immer in Absprache mit der Schulleitung.
 
Die offene Ganztagsschule verfügt über ein eigenes Gebäude mit 3 Gruppenräumen, 2 Toiletten, 1 Personalraum und 1 Abstellraum. Das OGATA-Gebäude wurde im Schuljahr 2008/09 bezogen. Da die offene Ganztagsschule von ca.125 Kindern besucht wird und somit 5 Gruppen umfasst, stehen ihr im Schulgebäude 1 Klassenraum und 1 Mehrzweckraum zur Verfügung.
 
Alle Gruppenräume sind hell und kindgemäß mit Möbeln und Spielangeboten ausgestattet. Auch das Außengelände ist auf die Bewegungs- und Spielbedürfnisse der Kinder abgestimmt.
 
Alle Räume und Einrichtungsgegenstände werden von den Mitarbeiter/innen der Grundschule und der offenen Ganztagsschule in gegenseitigem Einverständnis gemeinsam genutzt und in Ordnung gehalten.
 
Für die offene Ganztagsschule gibt es keine eigene Küche. Daher gehen die Kinder zum Mittagessen in die Mensa der benachbarten Hermann-Runge-Gesamtschule.

Pädagogische Konzeption

Die pädagogischen Grundsätze, die im Schulprogramm der Gebrüder-Grimm-Schule dargestellt sind, gelten auch für die offene Ganztagsschule.
Unterricht, Erziehung und Betreuung sollen eine Einheit bilden, in der die Kinder ihre geistigen, körperlichen, seelischen und sozialen Fähigkeiten entwickeln können.
Das Ganztagsangebot richtet sich an alle Kinder der Schule. Besonders hilfreich erweist es sich
für Kinder, deren Eltern alleinerziehend oder zu beiden Teilen berufstätig sind,
für Kinder, die Sprachdefizite haben,
für Kinder, die Probleme im Sozialverhalten haben,
für Kinder, deren Eltern für die Erziehung ihrer Kinder Hilfe benötigen
und für Kinder, die nachmittags gerne mit anderen Kindern zusammen sein und am Programm der Ganztagsschule teilnehmen möchten.

Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit sind:
– Soziales Lernen
Wie in den Klassen sollen den Kindern auch im außerunterrichtlichen Bereich die Regeln der Gemeinschaft nahe gebracht werden. Die von allen Mitarbeitern der Schule erarbeitete und von der Schulkonferenz beschlossene Haus- und Pausenordnung gilt auch für die offene Ganztagsschule.

– Gewaltprävention
Das nach den Grundsätzen der konfrontativen Interventionspädagogik entwickelte Konzept der Schule zur Gewaltprävention wird auch im offenen Ganztag durchgeführt. Als Hilfe steht ein Antiaggressionstrainer zur Verfügung, der sowohl im Unterricht als auch in der Betreuungszeit in Anspruch genommen werden kann.

– Erziehungskonzepte
Die zum Schulprogramm gehörenden Konzepte zur Werteerziehung, zur Umwelterziehung, zur Gesundheitserziehung und zum Gender-Mainstreaming sind auch in der offenen Ganztagsschule Grundlagen des erzieherischen Handelns.

– Hilfe zur Erziehung (HzE)
Wenn Kinder starke Verhaltensauffälligkeiten zeigen, laden die Erzieher/innen die Eltern zu Beratungsgesprächen ein und bieten ihnen die Maßnahme „Hilfe zur Erziehung“ an, die vom Jugendamt unterstützt wird. In diese Gespräche werden die Lehrerinnen mit eingebunden.
Kinder, die am HzE-Programm teilnehmen, werden von besonders ausgebildeten Erzieherinnen individuell betreut.

– Sprachförderung
Für alle Kinder findet eine ganzheitliche Sprachförderung während der gesamten Betreuungszeit statt. Die Erzieherinnen bemühen sich in Absprache mit den Lehrerinnen in besonderem Maße um Gesprächskontakte mit den Eltern, deren Kinder Sprachdefizite aufweisen.

– Individuelle Förderung
Die pädagogischen Konzepte sind so ausgerichtet, dass sie die Kinder in sportlichen, musischen und kognitiven Bereichen fördern.
Die Teilnahme an den Projekten ist freiwillig und gibt den Kindern die Möglichkeit ihre Persönlichkeit selbstbestimmt zu entwickeln.
Individuelle Hilfe erhalten die Kinder mit Lerndefiziten durch die Lehrerinnen der Schule, da alle dem offenen Ganztag zur Verfügung stehenden Lehrerstunden (3 Stunden pro Gruppe) als Förderunterricht eingesetzt werden.

– Hausaufgabenbetreuung
Alle Kinder können ihre schriftlichen Hausaufgaben während der Betreuungszeit vollständig erledigen. Kinder, die selbstständig arbeiten, werden von den Erzieherinnen in ihren jeweiligen Klassenräumen betreut. Kinder, die besondere Hilfe benötigen, werden von den Lehrerinnen in kleinen Gruppen im Förderunterricht zusammengefasst.

– Pädagogischer Mittagstisch
Die Erzieherinnen gehen nach Unterrichtsschluss der Klassen mit den Kindern zur Mensa. Jede Gruppe isst gemeinsam an einem Tisch. Es wird auf richtiges Essverhalten und gute Tischsitten geachtet. Der Speiseplan wird mit dem Betreiber der Mensa abgesprochen und nimmt Rücksicht auf gesundheitliche, religiöse oder weltanschauliche Ansprüche. Die räumliche Situation in der Mensa ist noch nicht zufriedenstellend, soll aber in absehbarer Zeit verbessert werden.

– Strukturierung und Rhythmisierung der Betreuung
Die Kinder werden entsprechend den Schuljahrgängen in 4 Gruppen zusammengefasst. Hinzu kommt die Gruppe, die nach dem HzE-Modul betreut wird. Jeder Gruppe steht ein Raum zur Verfügung. Der Raum für die Erstklässler befindet sich im Schulgebäude, damit die Schulanfänger sich leichter orientieren können. Jeder Gruppe sind Erzieher/innen zugeordnet, die im Sinne einer kontinuierlichen Erziehung ihre Gruppe möglichst vier Jahre lang betreuen sollen. Beim Mittagessen und bei der Hausaufgabenbetreuung übernimmt jeder Erzieher/jede Erzieherin eine Klassengruppe, da die Parallelklassen mitunter verschiedene Unterrichtszeiten haben.
Nach Unterrichtsschluss geht jede Klassengruppe in die Mensa und hat 45 Minuten Zeit zum Mittagessen. Die Mensa steht der Schule von 12:00 Uhr bis 14:15 Uhr zur Verfügung.
Um 13:00 Uhr, 13:30 Uhr oder 14:15 Uhr beginnen die Kinder mit den Hausaufgaben. Die ersten und zweiten Schuljahre erledigen sie in einer halben Stunde, die dritten und vierten Klassen in einer Stunde. Den Kindern in der Hausaufgabenhilfe steht nach Bedarf mehr Zeit zur Verfügung.
Um 15:15 Uhr beginnen die pädagogischen Projekte. Anschließend ist Zeit zum Spielen. Jedes Kind wählt seine Projekte selber aus, soll aber möglichst nicht an mehr als zwei Projekten teilnehmen. Die Projekte wechseln halbjährlich, so dass jedem Kind viele Möglichkeiten geboten werden. Während der freien Spielzeit bieten die Erzieher/innen zusätzliche Spiel-, Bewegungs- und Bastelaktionen an.
Zwischen 15:00 Uhr und 17:00 Uhr können die Kinder die Ganztagsschule verlassen.
Die Einsatzzeiten der Erzieher/innen sind in einem Dienstplan festgelegt. Dieser wird mit dem Stundenplan der Schule abgestimmt. Bei Besonderheiten (z.B. Vertretungsplänen, Unterrichtsausfall) kann flexibel reagiert werden.

Personal

Die Betreuungsarbeit wird durch Mitarbeiter/innen des Internationalen Bundes geleistet, die eine entsprechende Qualifikation vorweisen. Zusätzlich können auch Honorarkräfte eingestellt werden. Die pädagogischen Projekte werden durch ehrenamtliche Mitarbeiter/innen oder durch Übungsleiter/innen von Sportvereinen durchgeführt.
 
Lehrkräfte werden im Rahmen ihrer Unterrichtsverpflichtung mit 3 Stunden pro Ganztags- gruppe für Förderunterricht eingesetzt.
 
Der Hausmeister und die Reinigungskräfte werden vom Schulträger bereitgestellt.

Beteiligung von Kindern und Eltern

Die Kinder haben die freie Wahl zwischen pädagogischen Projekten und Spielmöglichkeiten. Die Geburtstage der Kinder werden besonders gefeiert.
 
Die Eltern erhalten vor Schulbeginn schriftliche Informationen und Anmeldeformulare vom Schulträger.
 
Bei der ersten Elternversammlung vor Schulbeginn stellen sich die Mitarbeiter / innen des Internationalen Bundes den Eltern der Schulneulinge vor und erläutern das Konzept der offenen Ganztagsschule. Bereits in der ersten Schulwoche findet für alle Eltern der offenen Ganztagsschule ein Elternabend statt. Dabei werden die Sprecher / innen der Eltern für die Schulpflegschaft gewählt. In den Gremien der Schulpflegschaft und der Schulkonferenz beraten und entscheiden die Eltern mit über die pädagogischen Grundsätze und die außerunterrichtlichen Angebote. Über den Verein der Freunde und Förderer unterstützen sie die Schule – und damit auch die offene Ganztagsschule – finanziell.
 
Einige Eltern leiten ehrenamtlich Arbeitsgemeinschaften und führen pädagogische Projekte durch. Um die Qualität der Angebote zu gewährleisten, werden die Konzepte zuvor mit der Schulleitung abgesprochen.
 
Die Erzieher / innen bieten den Eltern feste Sprechzeiten an und laden außerdem zu persönlichen Gesprächen und Elternnachmittagen ein.

Zusammenarbeit

Die Lehrer/innen und Erzieher/innen arbeiten eng zusammen und treffen zum Wohle der Kinder viele Vereinbarungen. Besonders für Kinder im HzE-Programm ist die Zusammenarbeit notwendig und wirksam.
 
Eine Lehrerin ist als Verbindungslehrerin zwischen Schule und Betreuung mit einer Wochenstunde vom Unterricht freigestellt. Die Teamleiterin der Ganztagsschule wird zu den Lehrerkonferenzen eingeladen. Für die Belange der Ganztagsschule steht immer ein Tagesordnungspunkt zur Verfügung.
 
Auch die Eltern arbeiten aktiv mit. Es finden regelmäßige Gespräche zwischen der Elternvertretung und der Teamleitung statt.
 
Zwischen der Verbindungslehrerin, der Ansprechpartnerin der Ganztagsschule und der Schulleiterin finden viele bedarfsgemäße Gespräche statt.
 
In jedem Schulhalbjahr findet die Konferenz einer Steuergruppe, bestehend aus einem Mitglied des Internationalen Bundes, der Schulleiterin, der Verbindungslehrerin, der Teamleiterin und der Mitarbeiterin im HzE-Modul statt, über die Protokoll geführt wird. Dieses Gremium bespricht aktuelle Probleme, plant die Durchführung von Projekten und evaluiert sie.
 
Mindestens einmal im Schuljahr wird zu einer Mitarbeiter-Konferenz eingeladen, an der auch die Leiter/innen der pädagogischen Projekte teilnehmen.

Kooperation mit außerschulischen Partnern

Zur Durchführung der offenen Ganztagsschule an der Gebrüder-Grimm-Schule besteht ein Kooperationsvertrag zwischen dem Internationalen Bund als freiem Träger der Kinder- und Jugendhilfe, der Stadt Moers als Schulträger und der Schulleitung.
 
Im Kooperationsvertrag der Schule mit der Moerser Stadtbibliothek sind die Belange der offenen Ganztagsschule berücksichtigt.
 
Die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt findet im Rahmen des HzE-Moduls statt, aber auch in Einzelfällen, wenn Beratungsbedarf besteht.
 
Es finden projektbezogene Kooperationen mit Moerser Sportvereinen statt.
 
Die offene Ganztagsschule kann an den Fördermitteln, die der Schule von den Chemischen Verbänden NRW für den naturwissenschaftlichen Bereich zur Verfügung gestellt werden, partizipieren.
Die Schulleitung nimmt an Quartiersbesprechungen und Stadtteilkonferenzen teil und vertritt dabei auch die Belange der offenen Ganztagsschule.

Qualitätsentwicklung

Als Teil der Gebrüder-Grimm-Schule ist die offene Ganztagsschule in die Qualitätsentwicklung der Schule einbezogen.
 
Dabei geht es um

  • die Verbesserung der Organisation und Ablaufsplanung des Ganztagsbetriebes
  • die Entwicklung neuer Ideen und Projekte
  • die individuelle Förderung und Persönlichkeitsbildung der Kinder
  • die Einbeziehung der Eltern in das Erziehungskonzept der Schule
  • eine stärkere Kooperation mit außerschulischen Partnern, der Jugendhilfe und anderer Einrichtungen
  • die Zusammenarbeit aller Mitarbeiter

Die Evaluation der Qualitätsentwicklung obliegt der Lehrerkonferenz in Zusammenarbeit mit den Erzieher/innen, der Schulpflegschaft und der Schulkonferenz. Unterstützung erhält die Schule durch den Qualitätszirkel der Moerser Ganztagsschulen und die wissenschaftliche Beratung durch QUIGS (Qualitätsentwicklung in Ganztagsschulen)